Grundlagen & Einordnung
Was versteht man unter Energiemonitoring und Energiecontrolling?
Energiemonitoring bezeichnet die kontinuierliche Erfassung und Darstellung von Energieverbrauchsdaten, während Energiecontrolling auf dieser Datenbasis Kennzahlen bildet, Abweichungen bewertet und so die Grundlage für gezielte Einsparmaßnahmen liefert. Beide Bausteine bilden zusammen die Basis für ein systematisches Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001.
Was ist der Unterschied zwischen Energiemonitoring und einem vollständigen Energiemanagementsystem?
Energiemonitoring liefert die Transparenz über Verbräuche und Kennzahlen, während ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 zusätzlich Prozesse, Verantwortlichkeiten und kontinuierliche Verbesserungsmaßnahmen im Unternehmen verankert
Wie unterscheidet sich Energiemanagement von anderen Plant-Historian-Modulen wie der Prozessdatenarchivierung?
Prozessdatenarchivierung erfasst kontinuierliche physikalische Prozessgrößen wie Temperatur oder Druck, während sich Energiemanagement gezielt auf Verbrauchsdaten, Kostenstellen und Emissionskennzahlen konzentriert. Beide Module können dieselbe Anlagenanbindung nutzen, werten die Daten aber für unterschiedliche Zwecke aus.
Standards & Förderfähigkeit
Was bedeutet DIN EN ISO 50001 im Zusammenhang mit Energiemanagement-Software?
DIN EN ISO 50001 ist die internationale Norm für Energiemanagementsysteme, die Unternehmen zu einer systematischen Erfassung, Bewertung und kontinuierlichen Verbesserung ihres Energieverbrauchs verpflichtet. Eine Software, die Energiemonitoring und -controlling als Grundlage dafür bereitstellt, deckt damit einen zentralen technischen Baustein der Normanforderungen ab.
Was bedeutet die BAFA-Anerkennung als förderfähige Energiemanagementsoftware?
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat Plant Historian EM als förderfähige Energiemanagementsoftware eingestuft, was bedeutet, dass die Anschaffung im Rahmen bestimmter Förderprogramme grundsätzlich bezuschusst werden kann. Die konkreten Voraussetzungen, Fördersätze und Antragsmodalitäten legt ausschließlich das BAFA fest und sollten vor einer Investitionsentscheidung direkt dort oder bei einem Fördermittelberater geprüft werden.
Funktionsumfang & Leistungsmerkmale
Welche Auswertungsmöglichkeiten bietet die Energiemanagement-Software?
Plant Historian 5 EM bietet Verbrauchsauswertungen mit frei konfigurierbaren KPIs, etwa Summen- und Mittelwertbildung, sowie flexible, speicherbare Analyseoptionen für individuelle Berichte. Zusätzlich lassen sich Berechnungsparameter für variable Auswertungen sowie manuell abgelesene Verbrauchswerte einbinden.
Was versteht man unter Emissions-Monitoring in einer Energiemanagement-Software?
Emissions-Monitoring bezeichnet die Ausgabe einer CO2-Bilanzierung auf Basis der erfassten Energieverbrauchsdaten, sodass Unternehmen ihren CO2-Ausstoß nachvollziehbar dokumentieren können. Das ist sowohl für interne Nachhaltigkeitsziele als auch für externe Nachweispflichten relevant.
Wie funktioniert die Kostenstellenauswertung im Energiemanagement?
Zähler lassen sich gezielt einzelnen Kostenstellen zuordnen, sodass Energieverbrauch und -kosten nicht nur unternehmensweit, sondern differenziert nach Abteilungen, Anlagenteilen oder Prozessschritten ausgewertet werden können. Das ermöglicht eine gezieltere Identifikation von Einsparpotenzialen als eine reine Gesamtverbrauchsbetrachtung.
Wie funktioniert die Validierung und Alarmierung von Bilanzkreisen?
Messwerte werden online validiert und bei Über- oder Unterschreitung definierter Grenzwerte automatisch alarmiert, sodass Abweichungen in Bilanzkreisen frühzeitig erkannt werden. Das verhindert, dass fehlerhafte Messdaten unbemerkt in die Verbrauchsauswertung einfließen.
Technische Integration & Kompatibilität
Über welche Schnittstellen lassen sich Energiedaten erfassen?
Die Anbindung erfolgt standardisiert über M-Bus to TCP/IP, Modbus-Verbindungen (z.B. über RS485) sowie über 4-20mA- oder 0-20V-Signale zu TCP/IP, wahlweise per OPC oder Modbus. Damit lassen sich sowohl klassische Energiezähler als auch analoge Messstellen zentral einbinden.
An welche Prozessleitsysteme lässt sich die Energiemanagement-Software anbinden?
Über standardisierte OPC-Kopplung lässt sich Plant Historian 5 EM an gängige Prozessleitsysteme anbinden, darunter Siemens Simatic PCS7 und S7, Emerson DeltaV, Honeywell Experion und PHD, ABB Freelance und 800xA sowie Foxboro I/A Series. Dadurch lassen sich auch heterogene Leitsystemlandschaften zentral für das Energiemanagement auswerten.
Einführung & Implementierung
Lassen sich bereits vorhandene Datenquellen und Zähler in das System integrieren?
Ja, die Integration vorhandener Datenquellen ist als Kernfunktion vorgesehen, sodass bestehende Zähler und Messstellen nicht ersetzt, sondern in die zentrale Auswertung eingebunden werden. Das reduziert den Investitionsaufwand gegenüber einer vollständigen Neuausstattung der Messinfrastruktur.
Ist die Lösung auch bei wachsender Anzahl an Messstellen oder Anlagen skalierbar?
Ja, als zentrale, unternehmensweite Lösung lassen sich zusätzliche PLS/SPS-Serververbindungen nachträglich hinzufügen, ohne die bestehende Struktur neu aufsetzen zu müssen. Das eignet sich damit auch für einen schrittweisen Rollout über mehrere Standorte hinweg.
Nutzen & Wirkung
Welchen wirtschaftlichen Nutzen bringt Energiemonitoring?
Durch die Erkennung von Mehrverbräuchen und die zeitnahe Einleitung korrigierender Maßnahmen lassen sich Energiekosten nachhaltig senken, da Optimierungspotenziale gezielt identifiziert statt nur vermutet werden. Automatisiertes Reporting reduziert zusätzlich den manuellen Aufwand für die Kostenkontrolle.
Wie trägt Energiemanagement zur Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion bei?
Durch Emissions-Monitoring und Effizienzbewertung auf Basis von Einflussgrößen lassen sich CO2-Emissionen nachvollziehbar dokumentieren und gezielt reduzieren, statt nur pauschal zu schätzen. Das unterstützt sowohl unternehmensinterne Nachhaltigkeitsziele als auch externe Berichtspflichten.
Welchen Imagevorteil bringt ein zertifizierbares Energiemanagementsystem?
Ein nach ISO 50001 ausgerichtetes Energiemanagement verbessert die Außendarstellung des Unternehmens gegenüber Kunden, Lieferanten und Investoren, die zunehmend Nachweise zu Energieeffizienz und Nachhaltigkeit einfordern. Das kann bei Ausschreibungen oder Lieferantenaudits einen zunehmend relevanten Wettbewerbsfaktor darstellen.